Ein befreundeter Fotograf sucht(e) nach einer Möglichkeit auf die Metadaten seiner in Lightroom verwalteten Bilder zumindest lesend zugreifen zu können. Lightroom mobile scheint dies nicht zu können.

snap 2016-27-27

Eigentlich braucht man die Bilder doch nur irgendwohin hochladen, wo die Metadaten (exif, iptc, xmp usw.) erhalten bleiben. Und wo die Bilder nicht automatisch public sind. Bei flickr ist das mit der private-Einstellung nicht ganz so einfach wie bei Picasa (Google), weshalb ich mich für meinen Test für Picasa entschied.

Man nehme:

  • Lightroom
  • Jeffrey’s “Export to PicasaWeb” Lightroom Plugin
  • Einen Google/Picasa Aacount

Nun muss nur noch ein entsprechendes Export-Preset konfiguriert werden;

  • das Plugin mit dem Picasa-Account füttern
  • die Bildgröße auf einen sinnvoll kleinen Wert einstellen (im Grunde geht es uns ja hier gar nicht um das Bild). Ich habe „Lange Kante“ 1024 gewählt. Aber eigentlich geht auch viel weniger.
  • im Abschnitt „PicasaWeb: Tools“ ein privates Album erzeugen, welches wir für ALLE zukünftigen Exports verwenden werden; „private 2016 lightroom thumbs“.
  • ein Häkchen bei „replace the most recent previously uploaded copy“ im Abschnitt „PicasaWeb: Upload Destination“

Man kann noch zig andere Einstellungen vornehmen und das ganze durch das Metadata Wrangler Plugin vom selben Autor weiter pimpen. Aber uns soll das erst mal reichen.

Das ganze als Vorgabe „private 2016 lightroom thumbs“ speichern und mal schnell auf alle Bilder eines Bibliotheksordners angewandt. Die 40 Bilder sind in weniger als 2 Minuten exportiert. Danach noch mal zur Sicherheit die „Sichtbarkeit“ des Albums kontrollieren und ggf. auf „Nur für mich“ umstellen.

snap 2016-51-28

Der Vorteil von Google als Platform ist, dass hier die Metadaten nicht verloren gehen und auch tatsächlich alle angezeigt werden.

Weitere Vorteile sind Erreichbarkeit und Geschwindigkeit und der unbegrenzte Speicherplatz (für Bilder kleiner 16MP). Die Bilder können sortiert werden nach Datum oder Dateinamen und, für diesen Anwendungsfall ganz wichtig, es kann nach ihnen gesucht werden.
Denn sollte man diesen Workflow tatsächlich dauerhaft verwenden, so sammeln sich einige Bilder an. Und eigentlich wollen wir ja nur schnell die Metadaten zu einem bestimmten Bild abrufen.

Google überführt im Laufe des Jahres (eher später als früher) Picasa nach „Google Photos“. So wie es im Moment aussieht, wäre das ein herber Rückschlag. Sie folgen dem allgemeinen Trend zur Einfachheit. Sollte die Anzeigemöglichkeit für die Metadaten so eingeschränkt bleiben, so wäre der Dienst für mich schlicht unbrauchbar. Aber warten wir es mal ab. Im Moment bekomme ich auf jeden Fall bei Picasa die allermeisten Metadaten schön säuberlich aufgelistet:

snap 2016-43-27

 

Übrigens hat Jeffrey bereits angekündigt, dass ein neues Plugin, sobald die API klar ist, für ihn höchste Priorität hat.

Wie sieht der Workflow nun vermeintlich aus?
Da ich Lightroom mobile nicht nutze, kann ich da nur etwas spekulieren.

  • Nach dem Import der Bilder, deren Bearbeitung und der Ausstattung mit den Metadaten werden diese einfach per Vorgabe exportiert. Es gibt nichts auszuwählen oder einzustellen. Einfach alle Bilder markieren und los. Je nach Menge, eingestellter Bildgröße, Bandbreite usw. dauert es nun. Kann einem aber meist egal sein, da man auf das Ergebnis nicht warten braucht.
  • Ändern sich Bilder und/oder Metadaten, so werden sie erneut exportiert.
  • Werden nun unterwegs Metadaten benötigt, so geht man in sein Google-Webalbum, sucht das Bild und klickt ggf. auf „Seite mit umfassenden Details“. Alles was man an Stichwörtern vergeben hat, sieht man bereits auf der Bildseite.

 

Nachteile/Abschlussüberlegungen

Natürlich begibt man sich in Abhängigkeit eines Fremdanbieters, in diesem Falle von Google. Sie könnten die Bedingungen ändern, die Webseite zu unserem Nachteil anpassen usw. usf. Und natürlich liegen die Daten in der Cloud. Und auch wenn die Sichtbarkeit eingeschränkt ist, so ist es natürlich keine Garantie, dass Niemand dran kommt. Das ist aber genauso bei Dropbox, OneDrive, FTP, MyCloud usw. Ob man seiner eigenen Technik und Fähigkeiten mehr vertraut als anderen, muss man selber entscheiden.
Je nach dem wie weit unsere Paranoia geht, können wir automatisch ein Wasserzeichen einfügen, oder wir exportieren die Bilder in einer Größe von 1×1 Pixel – uns interessieren hier ja eigentlich nur die Metadaten. Einige Metadaten, die uns zu heikel sind und/oder für den Anwendungsfall irrelevant sind, können wir automatisch beim Export filtern lassen (siehe Metadata-Wrangler-Plugin).

 

Hätte ich das hier nicht aufgeschrieben, so wäre es eine Sache von max. 15 Minuten gewesen 🙂 Wenn Google unbrauchbar wird, dann wird der Umstieg auf einen anderen Anbieter wie flickr, 500px usw. auch nicht viel länger dauern. Und vlt. bessert Adobe ja irgendwann nach.

Kapitaleinsatz, wenn man es nicht sowieso hat, ein Anerkennungsbeitrag für Jeffreys Plugin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.