Nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln ist Karneval eine besondere Aufmerksamkeit gewiss gewesen.
Nicht nur die Kölner waren gespannt ob das Sicherheitskonzept aufgehen würde. Ganz Deutschland schaute auf Köln. Und auch ein Teil vom Rest der Welt. So waren Weiberfastnacht eine Menge internationale Fernsehteams unterwegs. Und das bei dem Wetter.

Irgendwer sprühte diesen frommen Wunsch an die Absperrwand am Dom.

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Die Kölner (und andere) Polizei vertraute nicht so sehr darauf und war in nie dargewesener Stärke in der Stadt aufgelaufen.

Dennoch war es so leer an Weiberfastnacht, wie ich es noch nie erlebt habe – oder mich zumindest nicht erinnern kann. Ob das an einer getrübten Stimmung, Sorgen um die Sicherheit oder einfach am besch*ssenen Wetter lag, kann ich natürlich auch nicht beurteilen.

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Ich war doch sehr erstaunt, als ich kurz vor der magischen Uhrzeit vom alten Rathaus auf den Alter Markt einbog. Erwartet hatte ich Menschenmassen. Aber es war doch sehr überschaubar.

Die Jecken, die ich zu sehen bekam, machten auf mich einen ganz fröhlichen und entspannten Eindruck und hatten offensichtlich nicht vor sich von irgendwas den Spass verderben zu lassen.

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Normalerweise sind auch um diese frühe Uhrzeit schon einige Schnapsnasen, bep*sst und bekotzt im Rinnstein liegend, anzutreffen. Dieses Jahr ist mir der Anblick ersparrt geblieben. Das Männer die Tunnelwand anpinkeln, obwohl keine fünf Meter weiter ein Urinal aufgestellt war, lag wohl eher an dessem dezenten Tarngrün. Generell gab es mehr „stille Örtchen“ als letztes Jahr.

So sah das 2015 aus am Römisch-Germanischen Museum:

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Wenige Meter weiter stand das Ordnungsamt. Machte auf mich den Eindruck des aktiven Wegsschauens.

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Viel besser sah es da dieses Jahr nicht aus (hier Bilder von Rosenmontag), wenn auch das Aufgebot an Polizei und Ordnungshütern deutlich höher war. Nach dem ich gesehen habe, dass jemand mitten auf der Domplatte an den Schutzzaun pinkelt, kann man so eine Ecke wohl nur schützen, in dem man dort den ganzen Tag jemanden hinsetzt.

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Das Verhalten des Pinklers war weder respektvoll noch pfiffig angesichts der Tatsache, dass die Polizeidichte auf der Domplatte sehr hoch war. So war es geradezu zwangsläufig, dass nicht nur ich ihn gesehen hatte, sondern auch die Polizei.

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Dürfte ein teurer Spaß gewesen sein mit dem der Polizeieinsatz vielleicht ein wenig refinanziert wurde. Übrigens, der Bahnhof ist eine Gehminute entfernt. Da kostet die Toilettenbenutzung zwar auch, aber deutlich weniger. Und es ist weniger ekelhaft und peinlich.

Für Rosenmontag war ähnlich scheußliches Wetter angesagt wie es an Weiberfastnacht herrschte. Nur zusätzlich mit Sturmböen. Bis zu letzt hieß es „d’r zooch kütt – oder auch nicht“. Mainz, Düsseldorf und andere haben ihren Rosenmontagszug abgesagt. Was für ein trauriges Ergebnis für all die, die Monate lang an Wagen, Kostümen und Organisation gebastelt haben.
Der Düsseldorfer wird aber im März nachgeholt. Da heißt es dann hoffentlich „Jeck im sunnesching“.

In Köln hat man Großfiguren und Pferde aus dem Zug genommen. Wobei man keine Sorge hat, dass die Pferde wegfliegen, sondern dass diese durch umherfliegende Teile scheuen könnten.
Jetzt ist so ein Zug nicht nur ein närrisches, sondern auch ein wirtschaftliches Großereignis. Neben zig tausenden von Litern Bier geht es um  Übernachtungen, Tribünenplätze (gerne dreistellig) und Fernsehübertragungen. Wie weit das in die Entscheidung eingeflossen ist, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Nach dem das Wetter morgens noch jegliche Hoffnung naiv erscheinen lies, hatten die Naiven dann doch recht bekommen.
Ich muss zugeben, auch ich hatte nicht geklaubt, dass es noch so schön werden würde.

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Es pfiff zwar recht heftig auf der Domplatte, deutlich mehr als sonst, aber es ist trocken geblieben und zwischendurch schien den Jecken die Sonne ins Gesicht. Das Festhalten von Kopfbedeckungen war ebenso oft zu beobachten, wie das Hinterlaufen derer, die es vergessen haben.

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Das tat der Laune aber keinen Abbruch. Eher im Gegenteil. Die Leute haben sich gegen den Wind gestemmt und beömmelt.

Mein ganz subjektiver Eindruck war, dass die starke Präsenz der Polizei nicht gestört hat, sondern tatsächlich für „Ruhe und Ordnung“ gesorgt hat. Ich bin allerdings auch relativ früh unterwegs gewesen. Da haben die verklemmten Schmierlappen sich noch nicht so viel „Mut“ angesoffen, als dass sie auffällig und störend werden. Und so richtig passe ich in deren Schema sowieso nicht.
Soweit ich die offiziellen Verlautbarungen mitbekommen habe, gehen diese aber in die selbe Richtung.

Ich hoffe, dass die Jecken ihren Spass hatten und der Krankenstand nach Karneval sich in Grenzen hält. Und natürlich der Wunsch am Anfang des Posts sich erfüllt hat.

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Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Aber auch außerhalb des Karnevals gilt „jeder jeck ist anders„.

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