Mit diesem Apell demonstrierten laut Polizei ca. 200 (laut Veranstalter 380) Radfahrer am 07.10.2015 in Köln.

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Anlass war die erneute Tötung einer Radlerin bei einem Rechtsabbiegeunfall. Seit langem verlangen die Verbände, dass die Stadt Köln die seit 1998 geltende Gesetzesänderung umsetzt und die Benutzungspflicht der Radwege aufhebt.

Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik der Stadt Köln, also der Kölner Straßenverkehrsbehörde (StVB ), ist seit Jahren Herr Klaus Harzendorf.

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Das ist die Behörde und der Amtsleiter, welche die Gesetzeslage verkehrstechnisch umsetzen sollten – aber offensichtlich nicht tun.

Einer der wichtigsten Aspekte ist hier die Benutzungspflicht für Radwege.

„Die Radfahrenden werden auf gefährliche Radwege außerhalb des Sichtfelds der Autofahrer gezwungen, obwohl diese Radwege schon seit vielen Jahren nicht mehr der Gesetzeslage entsprechen.“

heißt es im Aufruf zur Demo.

Dabei ist Paragraph 2 Abs. der StVO da ganz deutlich

„Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen, von zwei Fahrbahnen die rechte. Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn.“

Und Fahrräder sind auch Fahrzeuge. Eine Radwegbenutzungspflicht ist somit auch ein Fahrbahnverbot. Und an ein solches Verbot stellt der Gesetzgeber besondere Anforderungen.

„Die Anordnung der Radwegebenutzungspflicht muss aus Gründen der Verkehrssicherheit oder desVerkehrsablaufs erforderlich sein.“

Zur Benutzungspflicht von Radwegen; Bernd Sluka

Viele Radwege in Köln entsprechen nicht den gesetzlichen Vorgaben und sind allein aus diesem Grunde nicht zumutbar und müssen somit auch nicht benutzt werden – unabhängig der Beschilderung.

Auch wenn viele Radler sich auf zumutbaren Radwegen sicherer als auf der Fahrbahn fühlen, so muss ggf. Wahlfreiheit gelten. Das Gefühl von Sicherheit ist meiner Meinung nach eher eines von „weniger Unsicherheit“. Die Unsicherheit auf der Fahrbahn resultiert aus zu wenig Erfahrung und vor allem dem oft zu geringem Abstand der Autofahrer beim überholen [1]. Siehe auch dazu Bernd Sluka.

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Vielfahrer bevorzugen dagegen oft die Fahrbahn, da das größte Risiko ist übersehen zu werden. Und dies ist, wenn man sich die Fahrbahn teilt, viel seltener.

Es gibt diverse Gefährdungen denen der Radler auf dem Radweg, aber nicht auf der Fahrbahn ausgesetzt ist. Fußgänger, welche den Radweg nicht beachten, Autos, die kurzerhand aus Ausfahrten schießen, Geisterradler usw. usf.

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Übrigens; der Mindestabstand beim überholen ist 1,5m. Sollte die Polizei eigentlich wissen. Einer der hier anwesenden sagte mir gegenüber 1m. Und die Einhaltung könnte man auch durchaus mal kontrollieren.

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Am Alter Markt wurde unter viel Beifall und Geklinkel die Kundgebung abgehalten.

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[1] Vor drei Tagen kam ich wieder mal in den Genuss sehr knapp überholt zu werden. Dieses mal auf der Venloer Strasse. Da gibt es, wie es Zyniker bezeichnen, „Schutzstreifen“. Den Autofahrer an der Ampel aufgeklärt, dass nicht 20cm, sondern 150cm der Mindestabstand ist. Seine Antwort „da ist doch ein Radweg“. Egal für wie blöde man die Leue hält, es geht immer noch blöder. Das solche Leute die Erlaubnis zum führen eines KFZ haben werde ich nie verstehen.

One thought on “Stoppt das Töten von Radfahrern

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